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Das Internetmagazin des Kreisverbandes Uelzen

Dieses Positionspapier wurde auf der Kreismitgliederversammlung des Kreisverbandes Uelzen am 26.03.2008 einstimmig verabschiedet!
Der Kreisverband Uelzen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lehnt den Einsatz von Palmöl ab!

Ein ständig steigender Anteil der globalen Agrarinvestitionen, Acker- und Urwaldflächen wird zur Erzeugung von Treibstoffen verwendet. Dies gefährdet die Welternährungssicherheit. Bei rasant steigender Nachfrage nach Futtermitteln, Lebensmitteln und Treibstoffen, vor allem in den Schwellenländern, entsteht eine gefährliche Konkurrenz um Land und Wasser. Tropische Wälder werden abgeholzt und Savannen beackert, mit zum Teil irreversiblen Schäden für Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität. Der Agrotreibstoff-Boom ist neben wachsendem Fleischkonsum dafür verantwortlich, dass der Grundwasserspiegel in vielen Regionen der Welt rapide sinkt und damit die Versorgungssicherheit der wachsenden Weltbevölkerung.

Die Bilanz der agrar-industriellen Treibstofferzeugung ist deshalb hinsichtlich der Nachhaltigkeit oft negativ. Da hilft auch nicht die alleinige Forderung nach Zertifizierung der Rohstoffe. Denn bereits beim Handel mit Holz haben sich die Schwächen bei der Kontrolle und Nachverfolgbarkeit gezeigt.

Wir Grünen im Landkreis Uelzen wollen Konkurrenz mit der Nahrungsproduktion, die Zerstörung von Regenwäldern und den Verlust von Biodiversität nicht befördern. Wir wollen verhindern, dass die notwendige Nutzung von Biomasse durch überhöhte Erwartungen und falsche politische Signale untergraben wird. Wir wollen globalen Konflikten um Nahrung, Energie und Wasser vorbeugen, indem wir auf ein Ende der Verschwendung von Ressourcen drängen und der energetischen Nutzung von Abfällen oder Gülle den Vorrang geben.
Wir fordern eine gesetzliche Regelung, die verbindlich den Anbau von Biomasse regelt.
Der konventionelle Anbau und die konventionelle Nutzung von Getreide und Biomasse für die Energieerzeugung ist für uns nicht "biologisch".
Wir Grünen sind weiterhin Vorreiter für Energieeffizienz, erneuerbare Energien, für eine nachhaltige Landbewirtschaftung und für gesunde Ernährung.
Statt Mineralöl durch Pflanzentreibstoff zu ersetzen, müssen wir unseren Verbrauch drastisch senken, um das Problem des Klimawandels und der Ölabhängigkeit in den Griff zu bekommen. Nur eine Strategie, die auf Effizienz, Einsparung und nachhaltige Nutzung nachwachsender Rohstoffe setzt, kann zum Erfolg führen.

Weshalb sich die Grünen im Kreis Uelzen intensiv mit der Nutzung von Palmöl auseinandersetzen:
Infos zum Palmölkraftwerk in Uelzen


Weg vom Palmöl
Uelzens Grüne loben die Stadtwerke, wollen aber neue Regelungen bei Biomasse


Allgemeine Zeitung Uelzen. 28.03.2008
Von Marc Rath.


Grünen-Vorstandssprecher Hans-Hermann Hoff hielt ein kleines Marmeladenglas in die Höhe – gefüllt mit einer Tagesration Mais, mit der manche Bewohner der Dritten Welt auskommen müssen. „Damit kann ein Auto 934 Meter weit fahren“, rechnete er auf der Kreismitgliederversammlung den Effekt bei der Umwandlung in Treibstoff vor.
Die Konsequenzen, die der Kreisverband daraus ziehen möchte, sind eindeutig. „Wir fordern eine gesetzliche Regelung, die verbindlich den nachhaltigen Anbau von Biomasse regelt“, heißt es in einer Erklärung, die am Mittwochabend von 16 Anwesenden bei einer Enthaltung angenommen wurde. „Statt Mineralöl durch Pflanzentreibstoff zu ersetzen, müssen wir unseren Verbrauch drastisch senken, um das Problem des Klimawandels und der Ölabhängigkeit in den Griff zu bekommen. Nur eine Strategie, die auf Effizienz, Einsparung und nachhaltige Nutzung nachwachsender Rohstoffe setzt, kann zum Erfolg führen“, heißt es in dem Papier, mit dem die Uelzener Grünen auch einen Schlussstrich unter ihr phasenweise diffuses Agieren in der Palmöl-Debatte setzen wollen. Hoff: „Wir haben das Thema immerhin diskutiert, die anderen Parteien haben das Engagement der Stadtwerke nur abgenickt.“
Palmöl taucht indes nur in der Überschrift „Der Kreisverband Uelzen von Bündnis 90/Die Grünen lehnt den Einsatz von Palmöl ab!“ auf. Der Antrag des Altenmedingers Ulrich Schulte, den Satz bezogen auf Blockheizkraftwerke in Uelzen in den Text aufzunehmen, verfehlte deutlich die Mehrheit. „Wir wollen uns nicht auf eine Region oder einzelne Rohstoffe festlegen“, argumentierte Hoff. Auf einsamem Posten stand Wolfram Sest. Sein Antrag, dass sich Grüne und Stadtwerke beim Palmöl gemeinsam engagieren sollten, bekam nur seine Stimme.
„Die Stadtwerke betreiben eine Energiepolitik, die oft auch unsere Ziele trifft“, so Hoff. Insofern wolle man nicht über das Unternehmen „herfallen“. Als seine Partei das Erneuerbare-Energien-Gesetz verabschiedete, „haben wir nicht damit gerechnet, dass dessen Möglichkeiten so genutzt werden“, plädierte Hoff dafür, die Palmölnutzung dort auszuschließen.
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